LÖWENZAHN- TARAXACUM OFFICINALIS

                                                    

Er gehört zur Familie der zungenblütigen Korbblütler.

Der Name Löwenzahn dürfte seinen Ursprung in den gezahnten Blättern haben, in denen die Menschen früher Abdrücke eines Raubtier – oder Löwengebisses zu erkennen glaubten.

Bereits vor 500 Jahren wurde der Löwenzahn in einem chinesischen Kräuterbuch beschrieben. Pflanze des Jupiters, Saft gegen Warzen-Mond.

Die Cichorien, zu denen der Löwenzahn gehört, zeichnen sich durch hohe Lichtempfindlichkeit aus. Sie schließen nachts ihre Blüten und folgen im Laufe des Tages den Bewegungen der Sonne.

Der schwedische Naturforscher Carl von Linne begründete seine Blumenuhr auf dem Öffnen und Schließen der Blütenköpfe verschiedener Pflanzen zu bestimmten Tageszeiten. Der Löwenzahn öffnet sich zwischen 5 und 6 Uhr als einer der ersten bringt er die Blütenuhr in Bewegung. Sie blühen nur bis zu einer Tageslänge von 12 Stunden im Frühjahr und Herbst und meistens nur einen Tag lang. Bei Regen ist Sperrstunde, die Blüten bleiben geschlossen.

Garten

Wurzeln schlüsseln Nährstoffe aus tieferen Schichten auf, nährt kleine Regenwürmer, gut mit Erdbeeren: gibt geringe Mengen Äthylengases ab, das bei anderen Pflanzen Blühen und Reifen der Früchte beschleunigt.
Jauche: zum Düngen, stark Kaliumreich. Steiner nennt ihn Himmelsbote, Dynamisches Präparat.

Abschneiden und mit übergestülptem Blumentopf, zarten Bleichsalat ziehen. Auch im Winter wie Chicoree.

Wirksamkeit:

Wurzel: mehr Galle, Leber, Magen

Blätter: Nieren und blutdrucksenkend.

Löwenzahn ist eine kleine Apotheke an sich – er enthält Vitamine (A, B, C, Cholin), Gerbstoffe, Bitterstoffe, Spurenelemente, Inulin und Mineralsalze.

Der Löwenzahn stärkt einzelne Organe unseres Körpers und regt sie zu größerer Tätigkeiten an. Er erweist sich als blutreinigend und säfteverbessernd. Seine Wirkung erstreckt sich über den ganzen Oberbauch, erfasst die Verdauung- und Ausscheidungsorgane: Magen, Leber, Milz, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse und Nieren. Schließlich ist Löwenzahn ein hervorragendes Mittel gegen chronische Hautkrankheiten.

Milch ist nicht giftig: macht nur Flecken, die schwer rausgehen.

Teekur: Zur Anregung des Stoffwechsels und der Gallensekretion, sollte man den Frühling unbedingt für eine Löwenzahnkur nützen: Man trinkt 4-6 Wochen hindurch täglich zwei Mal eine Tasse Blättertee. Diese Kur wirkt sich auch günstig auf Rheuma und Gicht aus, ebenso auf Leber-und Gallenleiden. Auch bei Bandscheibenschäden zu empfehlen.

Hauptwirkung bei Blutreinigung, Rheumatismus, Hautproblemen, Gallen -und Leberleiden- und die Pflanze hat einen allgemein günstigen Einfluss auf den Stoffwechsel.

Bei den Franzosen, wo er eine beliebte Salatpflanze ist, die man sogar in jeder Gemüsehandlung kaufen kann,  hat er zwar keinen schmeichelhaften, aber wegen seiner harntreibenden Wirkung,  sehr treffenden Namen: Piss-en lit, was so viel bedeutet wie „mach ins Bett“.

Löwenzahnblütentinktur besonders gut an Widdertagen angesetzt: 100 Löwenzahnblüten in einem halben Liter 40% Alkohol ansetzen und 4 Wochen in die Wärme stellen (15-20Grad). Bei Bedarf 10-20 Tropfen einnehmen. Hilft sehr gut bei starken Kopfschmerzen aber auch bei Magenschmerzen.

Löwenzahntinktur aus Blättern und Wurzeln:

Regt den Stoffwechsel an, zur Blutreinigung bei Rheumabeschwerden, gegen Fettleibigkeit, Gallen-und Lebertonikum 100g frische zerschnittene Löwenzahnblätter und Löwenzahnwurzeln. 3-4 Wochen  in  40% Alkohol ansetzen, täglich schütteln. Dann abseihen. Während einer 3 Monats-Kur täglich dreimal eine halbe Stunde vor dem Essen je 25 Tropfen mit etwas Wasser einnehmen. Diese Tinktur ist auch sehr zu empfehlen bei Zuckerkrankheit und Störungen der Leber- und Gallentätigkeit. Auch bei unreiner Haut und zur Anregung der Darmtätigkeit. 4 Wochen täglich 5 Tropfen Löwenzahnwurzeltinktur, hebt Selbstwertgefühl und macht gestaute Gefühle frei (Leber), dient der Selbstbefreiung.

 

Küche:

Sammelplätze sind fette Wiesen, da er Stickstoff im Boden liebt. Wer mit den Bitterstoffen in der Pflanze Probleme hat, der sollte eher an schattigen Plätzen sammeln, da in der Sonne wachsender Löwenzahn besonders reich an Bitterstoffen ist. Hilfreich ist auch das ganz kurze Abkochen in Salzwasser und anschließendes möglichst kaltes Abspülen.

Röhrlsalat

3mal soviel Eisen wie Spinat, 40mal soviel Vitamin A und 9mal soviel Vitamin C wie Kopfsalat.

Kapern: Junge Blätter eignen sich hervorragend für Frühlingsgemüse oder Salat. Die Blütenknospen können (in Essigmarinade gekocht) als Kapernersatz verwendet werden.

Die Blüten werden entweder getrocknet und dann in Honig eingelegt oder mit Wasser und Zucker zu Sirup verkocht.

Löwenzahnhonig: 2 Liter Wasser, 2 Liter Zucker; 300g Blüten. Blüten mit Wasser  kurz aufkochen,  über Nacht stehen lassen, abseihen, mit 2kg Zucker und  Biozitronen zu Sirup einkochen.

Wurzeln eignen sich wunderbar zum Dünsten (getrocknet, als Tee wirken sie harntreibend, abführend und stärken den ganzen Organismus). Gegen Erkältungen, für gute Verdauung.

Löwenzahnsekt: erfrischend und gesundheitsfördernd

5 Liter Wasser, 5 Liter Blüten, 3 kg Zucker Saft und Schale von 2 Zitronen und Orangen, Germ- 5 Tage gären lassen.
Löwenzahnblütensirup: ist einer meiner Lieblingssirupe; schmeckt sehr gut und ist zudem noch gesund. Herstellen wie alle Sirupe. Frau oder Mann  nehme einen Kübel, ca. 8 Liter, normaler Haushaltseimer, fülle gut 10 cm mit Blüten, dazu musst sie aber nicht wie bei der Marmelade aus den Körbchen zupfen, Wasser  entsprechend der Kübelgröße mit 3 kg. Zucker aufkochen, abkühlen lassen, über die Blüten schütten, einige in Scheiben geschnittene Bio-Orangen hineintun und darüber etwas Zitronensäure streuen. Ein paar Tage 2-3 stehen lassen, in sterilisierte Flaschen füllen. Ich koche den abgeseihten Sirup meistens einmal kurz auf und fülle ihn dann ein- das hält ewig, könnten die Enkerln noch trinken, aber es ist ja immer bald verputzt.

Löwenzahnkaffee:

Wurzeln: Blätter können ab März geerntet werden. Ab April kommen dann noch die Blüten dazu. Im Herbst können dann die Wurzeln ausgegraben werden (je kälter es wird, desto bitterer werden auch die Wurzeln).
Wurzeln putzen und in kleine Stücke schneiden. Bei 220 ° im Backofen bei offener Tür dörren, bis die Wurzeln dunkelbraun geworden sind. Gut verschlossen aufbewahren und vor Gebrauch in der Kaffeemühle mahlen.

Gebackene Löwenzahnknospen

Pro Person ca. 2 Handvoll Blütenknospen sammeln, 2 Minuten in kochendem Wasser blanchieren, dann wie Schnitzel panieren und herausbacken, dazu Kräutertopfen.

Löwenzahnknospen:

Als Gemüse mit Käse überbacken, in Bierteig, in der Omelette

Gedünstete Löwenzahnwurzeln:

Solarplexus-Sirup:

Zutaten: 365 schön aufgeblühte Löwenzahnblüten, 3 Orangen und 2 Zitronen (mit unbehandelter Schale), 1,5 Liter Wasser, 1 kg Gelierzucker

Die gelben Blüten aus den Körbchen zupfen und ein paar Stunden in der Sonne ausgebreitet liegen lassen. Orangen und Zitronen in schmale Spalten schneiden und mit den Blüten im Wasser 30 min bei schwacher Hitze kochen, abseihen und dabei die Blüten und Früchte gut auspressen, damit das Aroma erhalten bleibt. Das Gelee kann nun mit Gelierzucker oder einem pflanzlichen Geliermittel eingekocht werden. Wenn Du in jede Flasche einen Zweig Thymian oder Rosmarin gibst, so verleiht dies dem Gelee eine zusätzliche aromatische Komponente zu dem würzigen, honigartigen Geschmack des Löwenzahngelees.
Löwenzahnblütenmarmelade

100 g Löwenzahnblüten, schön abgezupft, ohne Grün, das ist bitter, mit 1 Liter Bio-Orangensaft, du kannst ihn auch selber pressen, und dem Saft einer Zitrone aufkochen, ca. 15 Minuten köcheln lassen. Danach mit dem Zauberstab oder dem Mixer fein pürieren. Das Ergebnis  abmessen und mit der entsprechenden Menge Gelierzucker mischen. Aufkochen lassen und 4 bis 6 Minuten sprudelnd kochen. Gelierprobe machen. Wenn die Marmelade dabei zu gelieren beginnt, in vorbereitete Gläser abfüllen, verschließen und mindestens 10 Minuten auf den Kopf stellen.
Ich hab sie voriges Jahr auch zum Füllen von Biskuitroulade genommen, sehr lecker, auch mit Joghurt vermischt super, auch zu Käse eine gelungene Geschmackskomposition.
Löwenzahnbutter:
Schmeckt lecker sieht toll, strahlend gelb, aus ist ein gesunder Brotaufstrich. Im Prinzip stellst du sie mit der gleichen Methode wie eine Salbe  her: Blüten, für ¼ kg Butter ca. 2 Handvoll in flüssige Butter geben, kurz köcheln lassen, nicht zu viel, die Blüten dürfen nicht frittiert werden, öfters umrühren, über Nacht ziehen lassen. Butter wieder verflüssigen, durchseihen, in eine Form gießen. Fertig!
Blütenstängel-Kringelspaghetti:
1 Handvoll Löwenzahnstängel, ohne Blüten pro Person, längs in 2-3 Streifen schneiden und in eine große Schüssel mit warmem Wasser mit 1-2 Esslöfel Salz, geben. Ca. 40 Minuten ziehen lassen, das entbittert die Stängel, umso mehr wenn du das Wasser einmal austauschst. Die Stängel kriegen dabei Locken. Dann diese in einem Topf mit Siebeinsatz c. 10 Minuten dämpfen- fertig sind die Löwenzahnlockenspaghetti- mit Pesto; Tomatemsauce oder sonstigem servieren. Du kannst deine Kräuternudeln sogar wie andere Nudeln auch, durch trocknen nach dem Salzbad haltbar und somit das ganze Jahr über verfügbar machen.

 

 

Naturkosmetik- Löwenzahn für die Schönheit:

Für kosmetische Zwecke wird seit altersher der beim Abschneiden des Stängels austretende Milchsaft benutzt, um Furunkel, Karbunkel, Räude, Flechten und viele Hautkrankheiten einzudämmen. Auch destilliert wurde die Pflanze. Dieses Löwenzahnwasser wurde dann zur Schönheitspflege eingesetzt: „Die Weiber pflegen sich mit diesem Wasser zu waschen, in Hoffnung ein klares Antlitz zu erlangen, und die rothe Purpeln oder Finnen auszutilgen. Ferners dienet es wider die rothe Augen und deren Flecken, bisweilen etliche Tröpflein darein geträuft.“
Gegen Sommersprossen und Altersflecken hilft zuweilen folgende Lotion: Eine Handvoll Löwenzahnblüten wird mit kochendem Wasser übergossen. Das Wasser soll die Blüten gerade bedecken. Lassen Sie das Ganze abkühlen, seihen Sie ab und betupfen Sie Ihre Haut regelmäßig mit dieser Flüssigkeit! Sollte das nichts nutzen, hat sich die Mühe dennoch gelohnt: Sie können die Lotion auch als Haarspülung verwenden. Besonders Blonde werden sich darüber freuen. Ob trockenes, sprödes oder fettiges Haar – Löwenzahn hilft. Auch bei Schuppen.
Erfrischungskompresse: Noch etwas Gutes können Sie für sich tun; sich mit Löwenzahn eine Erfrischungskompresse machen. Dazu hacken Sie eine Handvoll frischer Löwenzahnblätter fein klein und übergießen sie mit kochendem Wasser, bis sie gerade bedeckt sind. Lassen Sie fünf Minuten ziehen, tränken Sie mit der heißen Flüssigkeit ein Tuch und legen Sie es sich übers Gesicht. Wird das Tuch kalt, nutzt es nichts mehr; die Hitze ist wichtig. Nur wenn in Ihrem Gesicht einige Äderchen geplatzt sind, sollten Sie lediglich lauwarme Kompressen benutzen.

Hautlotion aus Blüten: Bewirkt einen reinen Teint und verhindert Gesichtsflecken. Ein 1-Liter Email oder Glasgefäß wird zur Hälfte mit frisch gezupften Löwenzahnblättern gefüllt, einen halben Liter kaltes Wasser dazugießen. Das ganze gut aufkochen, stehen und auskühlen lassen, abseihen. Den Rückstand auspressen und filtrieren. Die erhaltene Flüssigkeit in eine Literflasche füllen, mit 70%igen Alkohol auffüllen und noch 14 Tage ins Fenster stellen.

Sammeln: Zunehmender Mond im Steinbock,

Stängelkur: 3 Wochen lang 10 Stängel essen, reinigt die Haut von Pickeln.
Löwenzahnwurzelsalbe: Gut geeignet für unreine Mischhaut:

Löwenzahnwurzelölansatz mit Bienenwachs, oder Creme: mit Blättertee und Lanolin.
Zum Schluss noch ein interessantes Rezept aus dem Buch Löwenzahn und Löwenkraft von Marianne Ruoff, das ich noch nicht probiert habe, wird aber heuer noch geschehen.

 

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Löwenzahnverarbeiten und Freude an der aufkeimenden Natur, nützt diese Lebensenergie für euch- Hildegard von Bingen nannte sie Viriditas-die Grünkraft- eine Lebenskraft, atmet sie ein und lasst sie durch euren Körper und eure Seele strömen !!!!!!!!

Herzlichst Eure Brennnesselhexe Gabriele